Das Fünf-Sterne-Hotel Slovenija hat im Juni 2016 seine Wiedereröffnung gefeiert. Angeblich wurden neun Millionen Euro in die Renovierung des Hotels investiert. Es war somit das zweitgrößte Investment in den Fremdenverkehr in Portoroz seit der Umgestaltung des Hotels Kempinski Palace, das sich nur ein paar Gehminuten vom Hotel Slovenija befindet.

Das Hotel gehört zur LifeClass Hotels & Spa Gruppe, das unter dem Konzept „Welt der gesunden Genüsse“ arbeitet. Es sind insgesamt sechs Hotels (alle Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie), die zu den besten Gesundheitszentren in Slowenien zählen.

So viel zu den Fakten. Jetzt kommt meine subjektiv-objektive Meinung. 😉

Wie schon in meinem letzten Beitrag erwähnt, war Slowenien vor Emily für uns als Urlaubsdestination wenig attraktiv. Warum wir uns dennoch dafür entschieden haben? Portoroz ist nur knappe drei Stunden von Graz entfernt. Die Stadt liegt zwischen zwei Salzfeldern, den Salinen von Secovlje und Strunjan und hat besonders gesundes Klima. Durch diese besonders günstige Lage ist das Klima in Portoroz mit gesunden negativen Ionen angereichert. So ist auch die Konzentration der Aerosole in der Luft extrem hoch. Der letzte Punkt, der uns dazu bewogen hat, ein verlängertes Wochenende in Portoroz zu verbringen, war die Eröffnung des neuen Luxusresorts Slovenija.

Das Hotel befindet sich im Stadtzentrum und liegt direkt an der Hauptpromenade. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Grand Hotel, das Kempinski Palace, das Montagu und die angesagte Strand-Bar Cacao. Kostenlose Parkplätze gibt es im Außenbereich an der Straße und für den Parkplatz in der hoteleigenen Tiefgarage bezahlt man € 15,- pro Tag. Man fährt zum Eingang des Hotels mit dem Auto und lässt den Pagen die Koffer aufs Zimmer tragen und der Parkservice übernimmt das Parken des Autos.

Wir durften eine Junior Suite testen. Diese hatte ein Schlafzimmer, einen Balkon (seitlicher Meerblick), ein Bad mit WC, ein zweites WC, ein Wohnzimmer mit einer wunderschönen Glasfront mit direktem Blick aufs Meer und ein Arbeitszimmer. Es gab sowohl im Wohnzimmer als auch im Schlafzimmer einen Fernseher und zwei separate Klimaanlagen für den Wohn- und Schlafbereich. Wenn ich das Hotel noch einmal mit Kind buchen würde, dann wieder eine Suite, da es mit Kind praktischer und bequemer ist. Gerade mit Kind hat man extrem viel Gepäck mit und da wäre ein normales Zimmer für drei Personen zu klein gewesen. Das Kinderbett ist ein gewöhnliches Reisebett und kostet 5,- € am Tag. Schade fand ich, dass es im Zimmer keinen Wasserkocher gab. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann ich das letzte Mal ein Hotelzimmer ohne Wasserkocher, Tee, Kaffee etc. hatte. Ich trinke zwar nie Tee im Zimmer, brauche jedoch einen Wasserkocher, um Emilys Fläschchen zuzubereiten. Es reichte jedoch ein kurzes Telefonat mit der Rezeption und es wurde uns ein Wasserkocher aufs Zimmer gebracht.

Emily hat die Räumlichkeiten in der Suite geliebt und sich richtig wohl gefühlt:  Am Balkon abends der Musik vom Strand gelauscht, morgens das Meer mit ihrer Entdeckerbande begrüßt und auf dem großen Bett Morgengymnastik gemacht und im Arbeitszimmer gemalt.

Der Strand befindet sich 20 m vom Hotel. Man muss lediglich die Straße überqueren und befindet sich am hoteleigenen Strand Meduza. Im Hotel selbst gibt es beheizte Meerwasserpools und ein Wellnesscenter.

Zusätzlich haben die Gäste des Hotels die Möglichkeit, die Therme im Nachbarshotel zu nutzen. Die Pools sind auch hier mit Meerwasser befüllt und die Thermenlandschaft wurde erst kürzlich renoviert. Da sie jedoch von den anderen LifeClass Hotels ebenfalls genutzt wird, hat es mir dort wenig gefallen, da es mir einfach zu viel los war. Außerdem war der Zugang zu kompliziert, weit weg und nicht gekennzeichnet.

Bei der Ankunft, während wir eingecheckt haben und noch kein Zimmer bezogen hatten, wollte ich Emily wickeln und habe das Personal nach einer Wickelmöglichkeit gefragt. Sie haben mit mir auf der Toilette eine gesucht und festgestellt, dass es im ganzen Hotel keine Wickelmöglichkeit gab. Da sollte das Hotel unbedingt nachrüsten, da wir nicht die einzige Familie bleiben werden, die das Hotel besucht.

Leider muss ich sagen, dass das Essen im Hotel keine 5-Sterne-würdig war. Beim Frühstück  war so gut wie keine Auswahl. In einem Fünf-Sterne-Haus erwarte ich mir verschiedene Brotsorten, laktosefreie Milch, Sojamilch, verschiedene Säfte, große Auswahl an Aufstrichen und Marmeladen, Prosecco,… Es war chaotisch angerichtet und viel zu wenig. Das Abendessen war leider genauso enttäuschend. Optisch waren die Gänge zwar ein Highlight, geschmacklich jedoch keine kulinarische Offenbarung. Das Personal im Restaurant war heillos überfordert. In einem Luxusresort sollte man das Personal definitiv besser aussuchen und schulen. Es nutzt nichts, wenn sie mit weißen Handschuhen die Teller bringen, sie die einfachsten Servierregeln nicht befolgen: dass beispielsweise die Damen zuerst bedient werden, dass man Getränke und Speisen von rechts serviert, keine Diskussionen mit Arbeitskollegen vor dem Gast führt etc. Ein absoluter Fauxpas ist jedoch, wenn die Kellner das mehrgängige Menü den Gästen nicht beschreiben/erklären können. Es sollte nicht zu viel verlangt sein, wenn sie sich, bevor die Gäste kommen, mit dem Menü vertraut machen und eventuell auch nachschauen, wie man es auf Englisch/Deutsch übersetzt.

An einem Abend gab es eine Fischsuppe und wir haben nachgefragt, ob es möglich wäre, für Emily eine klare Suppe zu bekommen. Der Keller fragte die Küche und wir bekamen ein „verfärbtes Wasser“. Es hatte weder eine Suppeneinlage noch Geschmack.

Bis auf den Parkservice und die Rezeption war das Personal durchwegs inkompetent und definitiv zu wenig ausgebildet für ein Fünf-Sterne-Haus.

Das Hotel verfügt auch über eine Tapas-Bar. Hier hat man eine große Weinauswahl und kann istrische Tapas und auch warme Gerichte essen. Ich habe eine ausgezeichnete Trüffelpasta gegessen, jedoch war der Weißwein, den ich dazu getrunken habe, fast warm. Auch hier sollte das Personal besser geschult werden.

Nach dem Check-In haben wir uns in die Hotelbar gesetzt und wollten den Urlaub mit Cocktails starten. Obwohl wir die einzigen Gästen in der Bar waren, dauerte das Mixen der Cocktails fast eine halbe Stunde. Ich verstehe sehr wohl, dass sich das Personal erst einspielen muss, aber an solchen Kleinigkeiten darf man nicht scheitern.

In unmittelbarer Nähe des Hotels befindet sich eine sehr stylische Bar namens Mignon mit süßen Köstlichkeiten, sehr gutem Eis und angesagten Cocktails.

FAZIT

Hotel Slovenija ist ein sehr schönes und modernes Haus in bester Lage, das ich auf jeden Fall noch einmal besuchen werde. Ich bin durch die Jahre und viele Hotels ein kritischer Gast geworden. So sind auch meine Hotelberichte: kritisch und ehrlich. Dennoch hatten wir eine wunderbare Zeit in Portoroz und im Hotel Slovenija. Die Mängel im Personal und Essen schreibe ich der Neueröffnung zu. Das Team muss sich erst einspielen.