Mein Geschenk zum Muttertag!

Was ist das richtige Geschenk?

Bald ist Muttertag! Man wird an jeder Straßenecke, auf jeder Internetseite, im (E-Mail)Postfach, allgemein in den Medien daran erinnert und darauf aufmerksam gemacht. Wie jedes Jahr. Und ich frage mich wie jedes Jahr, was es damit auf sich hat? Braucht eine Mama am Muttertag wirklich Geschenke und Aufmerksamkeiten? Sollte nicht jeder Tag die Möglichkeit haben, ein Muttertag zu sein? Sollte nicht jeder Tag ein Tag sein, an dem man die Mamas beschenkt und feiert? Braucht es wirklich einen bestimmten Tag dafür? (Ihr müsst wissen, ich persönlich steh nicht so auf festgelegte (Feier)tage, wo etwas oder jemand gefeiert wird. Der Geburtstag ist da bitteschön definitiv eine Ausnahme). Wo war ich? Ach ja… Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich im Zwiespalt. Einerseits finde ich, dass es sehr wohl einen bestimmten, vorgegebenen Tag geben soll, wo die Mutter und ihr Tun und Handeln „gefeiert“ werden, andererseits frage ich mich, ob dieser eine Tag nicht eher ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Denn eine Mama ist Mama 24 h lang und das sieben Tage die Woche, oder nicht? Klar, man leistet sich als Mama hie und da kleine oder auch etwas größere Pausen, aber im Prinzip ist man immer im Dienst. Selbst wenn man im Dienstverhältnis mit einem „anderen Arbeitgeber“ steht und nicht vor Ort beim Kind ist, ist man Mama. (Ja klar, der Papa bleibt auch ein Papa, wenn er arbeitet, dennoch ist es bei Müttern etwas Anderes. In den meisten Fällen zumindest). Zu verwirrend, oder versteht man, was ich damit sagen möchte? Wie auch immer… Bald ist Muttertag und ich stelle mir seit Tagen drei Fragen: Was soll ich meiner Mama schenken? Was wünsche ich mir? Wünsche ich mir überhaupt was?

Als Kind bekam meine Mama immer etwas selbstgebasteltes, das ich im Kindergarten, oder in der Schule gemacht habe. Ich habe mich auch immer sehr auf den Tag gefreut, an dem ich es ihr überreichen durfte und ihr Lächeln sah. Spätestens in der Hauptschule war es dann aus mit den selbstgebastelten Dingen. Und plötzlich war ich auf mich allein gestellt. Und ich machte mich auf die Suche. Ich wollte sie nicht enttäuschen. Ich wollte sie lächeln sehen. Und damals gab es noch nicht diese Fülle an Angeboten, wie es sie heute gibt. Abgesehen davon war mein Budget beschränkt. Deshalb blieb es meistens bei den Blumen, die mein Papa für uns besorgt hat. Das Thema mit dem Frühstück richten, kam viel später und hat eigentlich nie wirklich funktioniert, weil Mama einfach IMMER früher auf den Beinen war als wir. Als ich dann mit fast 20 Jahren ausgezogen bin, gab es hie und da mal eine kleine Überraschung, sogar eine kleine Reise nach Kroatien, Ausflüge mit der ganzen Familie. Zeit. Dinge, bei denen ich dachte, es könnte sie freuen. Dinge, die mich gefreut hätten. Ich weiß eigentlich immer noch nicht, ob das gereicht bzw. gepasst hat. Ob Mama mit unseren Geschenken zufrieden war. Manchmal merkte man schon, dass man die Erwartung nicht wirklich erfüllt hat, aber gesagt hat sie nie etwas.

Nun bin ich selbst Mama und das schon das dritte Jahr. Und bisher hatte ich eigentlich keine Wünsche, Erwartungen, die von meinem Mann hätten erfüllt werden sollen. 😉 Auch heuer habe ich sie nicht. Allerdings ist mir klar geworden, was ich gerne mal hätte. Und was ich meiner Mutter und Schwiegermutter, die ich sehr gern habe, „schenken“ könnte. Ich freue mich auf den Tag, an dem meine Kinder zu mir kommen und mir sagen, schreiben oder singen, dass sie verstehen. Ich freue mich auf den Tag, wo sie erkennen. Wo sie einfach sagen: Mama, du hast deine Sache gut gemacht. Bis dieser Tag kommt, werden noch viele Jahre vergehen. Aber ich freue mich darauf und ich tue alles dafür, dass sie das auch sagen, erkennen und verstehen können.

Wie ich darauf kommen? Ganz einfach. Grundsätzlich bin ich glücklich, zufrieden und fröhlich. Aber eines fehlt mir. Und zwar die Anerkennung und der Lohn dafür, dass ich die Sache gut mache. Oft bin ich ausgelaugt, müde, frustriert. Zum Großteil weil ich die Früchte meiner Arbeit nicht sehe. Noch nicht. Bzw. nicht jeden Tag. Aber das, was ich, bzw. wir Mütter, täglich leisten, ist doch einfach ein Wahnsinn. Klar, wir haben Unterstützung. Klar, die Kinder „belohnen“ uns mit ihrer Liebe, mit ihrer Zuneigung. Aber eine Mama, egal ob sie Vollzeit, Teilzeit arbeitet, oder daheim ist, tut so vieles für das Kind und die Familie, dass es einfach mit nichts bzw. wenig aufzuwiegen ist. Zumindest nicht mit materiellen Dingen. Nicht für mich. Mein größtes Geschenk ist es derzeit, wenn ich meine Kinder ansehe und sie einfach glücklich, zufrieden, fröhlich UND gesund sind. Und ich sehe, ich mache die Sache halbwegs richtig. Und ehrlich gesagt glaube ich, das ist auch das größte Geschenk, das wir bekommen bzw. unseren Müttern geben können. Das Gefühl, dass sie es richtig gemacht haben. Dass wir es richtig machen. Findet ihr nicht?

Für meinen Teil weiß ich auf jeden Fall, was meine Mutter geleistet hat bzw. noch immer leistet. Denn ihr Ältester ist 39 und sie ist immer noch für uns alle da, wenn wir sie brauchen. 33 Jahre habe ICH persönlich gebraucht um das alles in der ganzen Komplexität zu erkennen, zu verstehen und folgendes sagen zu können:

Liebe Mama!

Du hast die Sache gut gemacht. Aus uns ist was geworden. Wir stehen alle mit unseren Beinen im Leben, haben Familien gegründet und sind (meistens) glücklich, zufrieden und fröhlich. Natürlich, das Leben hat auch uns kleine und große Stolpersteine in den Weg gelegt, aber durch euch, dich und Papa, durch eure Taten und Worte sind wir in der Lage diese selbst aus dem Weg zu räumen. Und manchmal seid ihr immer noch da und helft uns dabei sie zu beseitigen. Liebe Mama, danke für deine Stärke, deine Entschlossenheit, deine Liebe und deine „Opfer“. Erst jetzt sehe und erkenne ich, was das bedeutet. Erst jetzt kann ich so einiges Nachvollziehen und bin unendlich dankbar!

In Verbundenheit und Liebe

Deine Evelin

Photocredit: Kristina Curtis Photography